„Ich wollte doch nur den rechten Flügel als Trophäe“



„Ich wollte doch nur den rechten Flügel als Trophäe“



Die Jungschützen aus Beckum haben seit Samstagabend 20.22 Uhr einen neuen König. Lukas Gefrerer trat mit dem 113. Schuss die Nachfolge von Tobias Jönzen an, der das spannende Vogelschießen vor großer Kulisse eröffnete. Denn sehr zur Freude des Beckumer Nachwuchses fanden sich neben den jungen Leuten etliche Dorfbewohner auf dem Hallenvorplatz ein.

Sie alle wurden glänzend unterhalten durch ein Vogelschießen, bei dem nicht eine Sekunde Langeweile aufkam. „So ein Vogelschießen wünscht man sich“, strahlte der 1. Vorsitzende der Schützenbruderschaft Beckum, Markus Baumeister, der schon heute Jung und Alt zum traditionellen Schützenfest in Beckum vom 2. bis 4. Juli einlädt.

Natürlich wünscht er sich auch so engagierte Bewerber um die Königskette, wie es die Jungschützen am Samstagabend waren. Sie nahmen den von ihnen selbst gebauten Aar mit dem kräftigen Rumpf sofort unter Beschuss. Mit dem 27. Schuss sicherte sich Manuel Synder den Apfel. Nur wenig später war es Jannik Gajk, der die Krone mit nach Hause nehmen durfte. Dann war es abermals Manuel Synder, der für ein Raunen unter der Vogelstange sorgte, indem er das Zepter mit dem 58. Schuss vom Aar trennte.

Als sich der Vogel in der Folge als äußerst zäh erwies, machte sich Stefan Brinkschulte, der gemeinsam mit seinem Bruder Christian das Vogelschießen leitete, auf den Weg, um noch Munition zu holen. Die wurde jedoch nicht mehr gebraucht, denn mit dem 113. Schuss fiel der Vogel von der Stange.

„Damit war zu diesem Zeitpunkt nicht zu rechnen“, sagte der Chef der Beckumer Jungschützen, Jan Bathe. Denn außer den Insignien fehlte dem Aar nichts. Grund genug für Lukas Gefrerer, sich weiterhin am Vogelschießen zu beteiligen. Als jedoch Sekunden später der Vogel in die Tiefe stürzte, stöhnte der neue Jungschützen-König: „Ich wollte doch nur den Flügel als Trophäe holen.“

Als die Jungschützen jedoch auf ihn zustürmten, um ihm zu seinem Volltreffer ebenso zu gratulieren wie das Brudermeister Markus Baumeister sowie das amtierende Königspaar Willi und Edith Daake auch taten, strahlte der neue Regent. „Es war zwar nicht geplant, dass ich den Vogel abschieße, aber jetzt freue ich mich. Ich muss es jetzt nur noch meinen Eltern beibringen“, erzählte Lukas Gefrerer, auch im Hinblick auf das traditionelle Eierbraten in der Nacht von Samstag auf Sonntag.

Bevor die Jungschützen jedoch mit dem Eierbraten, das allerdings nicht beim neuen, sondern beim alten König Tobias Jönzen stattfand, den Schlusspunkt unter ihr tolles Fest setzten, durfte der neue Regent den Musikverein Beckum dirigieren. Eigens für ihn spielten die Musikerinnen und Musiker „Auf die Vogelwiese geht der Franz“. Im Anschluss an das Dirigat feierten die Gastgeber mit ihren zahlreichen Gästen vor und im Essraum der Hönnetalhalle ihren neuen Jungschützenkönig Lukas Gefrerer.

(Quelle: derwesten.de, 20.06.2016, Richard Elmerhaus)







Veröffentlicht am:
07:58:29 21.06.2016 von Administrator